Sachen gibt’s…

Es gibt so manche Situationen auf meiner Reise – heute alleine zwei -, die mich derart verblüffen, dass ich einfach nur grinsen, den Kopf schütteln und ein großes Danke dafür sagen kann (dem Universum, Christophorus, meinen Schutzengeln oder wer auch immer das gerade wieder eingefädelt hat), zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Klar ist auch ein Stück weit die Planung vorab dafür verantwortlich (Toi, toi, toi. – die „Outtakes“ kommen, wenn ich wieder zurück bin), aber ich würde mal schätzen zu höchstens 80%.  Die restlichen 20% ergeben sich halt manchmal einfach so und sind genau das, was aus der Reise ein echtes Erlebnis macht.

Hier mal ein Beispiel. Nachdem ich ja die letzte Woche auf Big Island im Regenwald bei einer top organisierten Superhost Familie gewohnt habe, bin ich gestern wieder auf Ohau angekommen und quasi in der totalen Anarchie gelandet. Mit meinem neuen Mietwagen

(total doofer Chevy) bin ich nach der Landung am Flughafen Honolulu zum Northshore aufgebrochen. Hier ist d e r Surfer Hotspot und im Winter finden zahlreiche hochkarätige Wettkämpfe statt. Dementsprechend viele Unterkünfte sind hier von Surfern für Surfer, aber in der Nebensaison werden auch Nicht-Surfer wie ich aufgenommen. Mir bieten aktuell fünf Brasilianer Unterschlupf, die im Lexikon neben dem Begriff „Surfer“ abgebildet sein könnten. Regeln oder sowas gibt es nicht, einen Schlüssel auch nicht – das Haus ist immer offen – und nach kurzer Eingewöhnung fühl ich mich ganz wohl.

Eben jenes Haus erinnert mich übrigens total an das von Walter White bzw. Breaking Bad und das auch nicht nur wegen des langen Flurs und den braunen Teppichen ;-).

Wenn man das Haus verlässt geht man nach links (das richtige links),dscf2319

überquert den Kamehameha-Highway,

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geht ca. 100m rechts (das richtige rechts) und dann sieht man erst dasdscf2325

und dann ist man hier.

Total super, aber nicht ganz unerwartet und bis hierher im Wesentlichen so geplant. Was jetzt keiner ahnen konnte ist, dass die Hawaiianer die nächste Straße links den Kamehameha-Highway runter netterweise schon mal nach mir benannt haben:

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Ich sag ja, grinsen, Kopf schütteln, Danke sagen. „Maika’i“ heißt auf hawaiianisch übrigens „good, fine“ und „Maika’i no au“ bedeutet „I am fine“.

Nachdem ich heute tagsüber am Three Tables Beach Schnorcheln war,

wollte ich mir heute Abend den Sonnenuntergang am Hausstrand angucken, was bis hier hin auch gut geklappt hat:

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Leider hat es dann angefangen zu regnen und weil das hier manchmal nicht lange dauert, habe ich mich erst mal unter einem Baum gestellt. Da stand bereits eine junge Dame (in meinem Alter) und wir sind natürlich ins Gespräch gekommen. Wo kommt die Gute her? Aus Domburg 😀 – also aus Zeeland, direkt bei Westkapelle und Zoutelande, quasi aus der zweiten Heimat und gerade noch dran gedacht. Schon wieder grinsen, Kopf schütteln, Danke sagen.

Auch nur so halb geplant und im Nachhinein perfekt war mein Ausflug am Montag zum Mauna Kea, noch auf Big Island. Zwei Schweizerinnen haben mir letzte Woche in Honolulu von ihrem Ausflug dorthin berichtet und mir dazu geraten, unbedingt zum Sterne gucken hinzufahren. Ich habe also nach Ankunft auf Big Island einigermaßen regelmäßig den Wetterbericht angesehen und mir einen Tag ausgeguckt, an dem möglichst wenig Wolkenbedeckung erwartet wird.

Der Mauna Kea ist der höchste Berg der Erde, zumindest wenn man den Teil, der sich unter dem Meeresspiegel befindet, mit betrachtet (10.203m). Der Gipfel befindet sich auf etwa 4.205m ü.M.. Zudem ist der Mauna Kea aus verschiedenen Gründen der perfekte Ort für Astronomen und auf dem Gipfel sind zig und einige der größten und besten Teleskope der Welt zu finden.

Auf 2.800 m befindet sich die Visitor Information Station.

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Dort bin ich rechtzeitig vor Sonnenuntergang hingefahren und hab mir die Zeit mit einem kleinen Snack (95% Chemie, aber ich hatte schon schlechtere Suppen und der Kakao hat mich zu etwas späterer Stunde quasi vorm Erfrieren gerettet) und etwas zu lesen

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sowie einem kleinen Spaziergang vertrieben.

Im klassischen Sinne schön ist der Berg jetzt nicht, war aber schon häufiger Drehort für Filme und die NASA hat dort, bzw. auf dem benachbarten Mauna Loa ihre Marseinsätze geprobt, weil die Umgebung große Ähnlichkeiten mit unserem Nachbarplaneten aufweist.

Um 18:00 Uhr ging dann das Star Gazing mit einem Dokumentarfilm und einigen Erklärungen los.

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Was ich nicht in meiner Wetterbeobachtung beachtet habe, war der Mond. Der Ranger, der das Star Gazing moderiert hat, hat uns erst einmal gratuliert, weil wir uns den perfekten Tag für einen Besuch ausgesucht haben: Kein Mond. Für eine Dülkenerin im Grunde eine untragbare Situation aber in dem Fall genau richtig. Grinsen, Kopf schütteln, Danke sagen – Ihr kennt das schon. Nach dem Film ging dann das eigentliche „Star Gazing“ mit vielen Erklärungen los.

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Ich habe keine Fotos zustande bekommen, kann Euch aber versichern, dass die Stunden, die ich gebannt in den Himmel geguckt habe, zu den faszinierendsten gehören, die ich je erleben durfte!

Neben Mars und Venus habe ich den Saturn gesehen und durch das Teleskop sogar seine Ringe. Uns wurden alle möglichen Sternbilder, natürlich auch „mein“ Wassermann, gezeigt. Wir konnten der ISS zuwinken und ich habe mit bloßem Auge die Milchstraße erkennen können. Der totale Wahnsinn.

Nach diesen ganzen tollen Erlebnissen bin ich so ein bisschen nachhaltig k.o. und werde in den nächsten Tagen einfach noch ein wenig den Strand hier und ab Sonntag in der Gegend um Honolulu genießen. Das ein oder andere steht aber dennoch auf meiner Ausflugsliste, bevor es dann am Mittwoch heißt: New York calling 🙂 !

Mahalo Pele!

Vielen Dank liebe Vulkangöttin Pele für ein paar fantastische Eindrücke, Ausblicke und natürlich dafür, dass Du aktuell vielleicht ein bisschen grummelig bist, aber nicht total ausrastest. Es wäre schön, wenn das bis Mittwoch noch so bleiben könnte.

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Was die Amis so richtig gut können, ist die Konzeption und Unterhaltung von Nationalparks. Hier bekommt man genau so viele Informationen, wie man persönlich möchte, hat immer freundliche und kompetente Ranger als Ansprechpartner und natürlich wird die Natur erklärt, erhalten und geschützt. Nicht ganz zufällig wohne ich ja ganz in der Nähe vom Hawaii Volcanoes National Park und hatte inzwischen ausreichend Gelegenheit mich mit diesem Wunder der Natur aus verschiedenen Perspektiven auseinander zu setzen – und ich bin ziemlich beeindruckt!

Der Nationalpark ist, wie die meisten anderen, so ausgerichtet, dass man über 1-2 Hauptstrassen alle wichtigen Sehenswürdigkeiten „abfahren“ kann – wobei man zu einigen natürlich noch hinwandern muss – und gleichzeitig nur dorthin gelangt, wo man sich derzeit sicher aufhalten kann.

Neben vielen Aussichtspunkten

gibt es kleinere Highlights

wie die „Steam Vents“, also Dampf der dadurch entsteht, dass Grundwasser durch Lava erhitzt wird und aufsteigt – wirklich heiß – und richtig große wie ein direkter Blick auf aktive Vulkankrater,

hier der Halema’uma’u Crater.

Um wirklich in die örtlichen Begebenheiten – Regenwald, Vulkane – einzutauchen, habe ich mich zunächst auf den Kilauea Iki Trail begeben, ein ca. 6,4 km langer Rundwanderweg, bei dem man zunächst durch den Regenwald oben am Rande eines alten Vulkankraters entlang und dann über einen erkalteten Lavasee zurück wandert.

Die Natur bietet da wirklich ein atemberaubendes Schauspiel. Man geht vom feuchten und kühlen Regenwald runter, quasi auf den Mars. Oder eine Herdplatte. Von oben sieht das total eben und sanft aus aber unten merkt man, dass es gerade das nicht ist. Es ist total kantig, felsig und zerfurcht und zudem ziemlich windig. Der Wind ist sogar kühl, trotzdem zieht sich der Weg wirklich und ich kam mir ein bisschen vor wie Mark Wahlberg in „The Martian„- allerdings werde ich immer fitter, sicherer in unebenem Gelände und auch besser ausgerüstet. Aus mir wird nochmal ein richtiger Wanderer, ich sag’s Euch. Total faszinierend sind übrigens die Geräusche, die Vulkangestein macht, wenn es gegeneinander klackert und dass es total glitzert. Es verleitet gerade dazu, einen kleinen Stein einzupacken und mitzunehmen. Ist natürlich verboten und auch Pele sieht das nicht so gern. Sie schickt denjenigen, die trotzdem etwas von ihrem Vulkan aus Hawaii wegbringen, schlechte Wünsche und Flüche hinterher. An so etwas muss man natürlich glauben, allerdings bekommen die Postämter auf Hawaii jedes Jahr zig Steine von Touristen zugeschickt, die diese wieder zurück bringen wollen, weil sie vom Pech verfolgt werden. Echt wahr.

Hier ein paar Eindrücke von meiner Wanderung.

Im Krater war es sehr erstaunlich zu sehen, wo das Leben sich überall seinen Weg sucht.

Und hier die stolze aber erschöpfte Wandersfrau danach :-).

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Direkt am Jaggar Museum ist der Aussichtspunkt auf den Halema’uma’u Crater. Näher kommt man aktuell nicht dran, weil es aufgrund der Dämpfe und Steineruptionen zu gefährlich ist. Dort habe ich dann den Ausblick genossen, ein paar Rangergeschichten gelauscht und auf den Sonnenuntergang gewartet.

Ich hatte riesiges Glück, die Lava noch so zu sehen.

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Während ich da war ist der Lavaspiegel etwas gesunken und mann konnte nur noch „Risse“ erkennen, aber kein Blubbern und Sprudeln mehr. Über die gerade vorherrschende Situation kann man sich übrigens immer online informieren.

Aktuell gibt es einen Lavastrom, der ins Meer fliesst. Das ist natürlich ein Naturschauspiel, was ich mir nicht entgehen lassen wollte. Leider ist der Weg dorthin nicht so ganz einfach. Die Straße ist gesperrt, weil sie kürzlich von Lava „überschwemmt“ wurde (sieht man später auf den Fotos gut). Man kann hin wandern, allerdings ist der gesamte Weg 6-8 Meilen lang (kein Schatten, pralle Sonne zumindest auf dem Hinweg) und man muss auf giftige Dämpfe aufpassen. Man kann zudem Fahrräder leihen – eigentlich die beste Alternative – aber zu den beliebten Dämmerungszeiten höchst frequentiert, durch den Kies immer noch ziemlich Kräfte raubend und im Dunkeln zurück nicht so ganz einfach. Weiterhin gibt es Boote, die einen für schlappe $270 hinbringen.

Weil hier eh alles so sackteuer ist dachte ich mir, wenn ich mir also eine Ausflug gönne, dann etwas, was ich immer schon einmal machen wollte und was im Verhältnis sogar noch günstig ist.

Ich bin also – das erste Mal in meinem Leben – mit einem Helikopter geflogen.

Aus der Luft gab es eine tolle Aussicht auf einen kleinen Teil von Big Island und ein besseres Gefühl für die Ausmaße und Beschaffenheit der Umgebung sowie auf ein paar schöne Wasserfälle.

In so einer Nachbarschaft ist auch „mein“ Haus.

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Jedes Haus hat hier einen riesengroßen Regenwasserspeicher. Ein alternativer Anschluss ist hier nicht gewährleistet, Hilo ist die regenreichste Stadt der USA und einen Brunnen graben möchte man in unmittelbarer Nähe zu einem aktiven Vulkan auch nicht so gerne – ist also die beste Lösung.

Höhepunkt des Rundflugs war aber natürlich ein weiterer aktiver Krater, der Pu’u O’o. Wir haben von da aus den Lavafluss ins Meer verfolgt. Die Stellen, die etwas heller, also so grau bis silbrig sind, sind die heißesten und man konnte immer mal wieder orange Flecken erkennen. Zudem kann man den Lavastrom ins Meer anhand der Dampfsäulen nachvollziehen.

Es war absolut fantastisch und am liebsten würde ich nur noch so reisen ;-).

Neben den unmittelbaren Eindrücken des Vulkans, kann man natürlich auch eher nachgelagerte Auswirkungen beobachten. So gibt es hier z.B. verschieden farbige Strände. Ich war inzwischen an einem (mehr oder weniger) grünen– inkl. abenteuerlichster Jeepsafari – und an einem schwarzen Strand.

Am Black Sand Beach kann man mit ein bisschen Glück Schildkröten beobachten, die sich dort ausruhen…tja was soll ich sagen:

Erstaunlicherweise sieht der Rest der Insel, also wenn man nicht gerade im Regenwald oder in unmittelbarer Umgebung der Vulkane ist, ein bisschen aus wie Irland – oder wie ich mir Irland vorstelle – mit Kühen, Pferden und natürlich Schafen.

Dann habe ich noch dieses possierliche Tierchen entdeckt, wahrlich eine Seltenheit hier.

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Quasi neben dem grünen Strand ist zudem Ka Lae – der südlichste Punkt der USA.

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Nachdem ist also auf Big Island schon ein bisschen rum gekommen bin, werde ich mich gleich auf den Weg zu den Sternen machen und morgen vielleicht noch einmal „meinen“ Vulkan besuchen. Am Mittwoch geht es dann noch einmal für eine Woche nach O’ahu. So langsam muss ich mich dann aber auch vom bisher längsten Sommer meines Lebens verabschieden…

 

Make yourself at home!

Hierzu hat mich mein Air B’nB Gastgeber Riaan ausdrücklich aufgefordert und er und seine Familie machen es einem wirklich einfach. Natürlich ist man kein vollwertiges Familienmitglied, aber man wohnt halt trotzdem zusammen und das ein oder andere Gespräch ergibt sich immer wieder mal. Eine bessere Möglichkeit kurzzeitig in den amerikanischen Alltag einzutauchen kann ich mir kaum vorstellen – wobei das Haus eher untypisch groß für hier und explizit auf die Beherbergung von Gästen über der Garage ausgerichtet ist.

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Nachdem ich gestern recht lange gewandert und noch ein bisschen k.o. bin und es dazu auch noch regnet, ist heute mehr so ein Tag Alltag im Urlaub.

Auch wenn die erste Zeit an einem neuen Ort immer etwas fremd und merkwürdig ist, ist es schon erstaunlich, wie schnell man sich an eine neue Umgebung gewöhnen kann und dann alles wie selbstverständlich einfach macht, ohne mehr groß darüber nachzudenken. In Amerika ist aber auch irgendwie alles einfach. Mein Auto – zufälligerweise wieder ein Ford Focus – fährt dank Automatik-Getriebe (was auch sonst hier) und Tempomat (ansonsten erträgt man die max. 55 mph auch nicht) quasi von alleine.

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Man beachte das Regenbogennummernschild aus dem „Aloha State“ :-).

Der kleine hat leider kein Navi, allerdings ist das hier auch fast unnötig – so viele Straßen und insbesondere Highways gibt es hier nicht und die Beschilderung ist wirklich idiotensicher. Falls man doch mal eine Karte braucht, kann ich maps.me empfehlen. Ich kannte das bis Seoul nicht und bin total begeistert, weil man alles auch offline nachgucken kann, wenn man die Karten einmal herunter geladen hat.

Das hier ist der „Vorgarten“ mit Zufahrt zum Haus.img_4537

Wir sind hier im „Tropical Rainforest“ Teil der Insel. Es ist (mal wieder) ziemlich schwül aber dafür auch sehr grün. Die nächtliche Geräuschkulisse ist der Wahnsinn. Frösche und Grillen in einer unfassbaren Lautstärke, wirklich so wie ich mir den Regenwald vorstelle und deutlich lauter als der Dschungel in Thailand.

Die Preise sind auch auf Big Island wahnsinnig hoch, weil alles hierhin importiert werden muss. Ich habe vorgestern bei Foodland für ein Brot – also ein amerikanisches Toast, welches den Namen Brot kaum verdient – knapp $5 bezahlt. Heute war ich zum Vergleich mal im Walmart, da war es ein wenig günstiger aber mit $3 immer noch teuer. Meine Gastfamilie versucht weitgehend auf verarbeitete Lebensmittel zu verzichten und regionale Produkte zu kaufen. Ein wenig Landwirtschaft gibt es hier ja. Das ist natürlich ein hervorragender Ansatz, nicht nur für Hawaii.

Nicht desto trotz lieben Amerikaner Riesensupermärkte und ich könnte hier – zumindest an einem Tag Alltag im Urlaub – stundenlang durchlaufen. Anstelle eine Bäckers wie bei uns (was ist das?!) ist hier eben ein Mc Donald’s vorne beim Eingang.

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Mitten in der Sportabteilung zwischen Angeln nebst Zubehör und den Bällen (Basket/Base/Foot/…) konnte man dann in der Tat auch Waffen kaufen. Zwar sind die Waffengesetze hier auf Hawaii etwas strenger, ist aber trotzdem ein merkwürdiges Gefühl.

Weil heute ja eh ein Rödeltag war, habe ich dann auch gleich noch Wäsche gewaschen. In Thailand habe ich meine dreckige Wäsche abgegeben und am nächsten Tag tadellos wiederbekommen – für ca. 1€/kg Wäsche. Der einzige Aufwand war eine kleine Liste, damit man weiß, dass man auch alles wieder bekommen hat.

Hier habe ich stattdessen einen Ausflug in den Waschsalon gemacht.

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Mir war das nicht bewusst, aber was haben wir es gut, wenn es ums Waschen geht – hatte mir Frau Graf ja schon prophezeit. Bei amerikanischen Waschmaschinen, hier schon sehr fortschrittlich mit einer richtigen Trommel (dreht sich trotzdem nur in eine Richtung), kann man zwischen drei Wascharten auswählen: cold, warm, hot. Das war’s. Auf meine Frage wie heiß denn was ist, konnte die – wie die meisten hier sehr sehr freundliche -Angestellte keine Antwort geben, hat sich aber direkt beim Techniker erkundigt. Der heiße Waschgang geht bis maximal 130 Grad. Fahrenheit natürlich. Das sind knapp 60 Grad Celsius (ich hab vorher gegoogelt das ich meinen Wäschemix nur bis max. 100 Grad Fahrenheit waschen sollte, also die Umrechnung von 40 Grad Celsius). Kochwäsche ist hier also nicht, was daran liegt, dass die Maschinen das heiße Wasser direkt aus der Leitung ziehen und nicht selbst erhitzen. Warm war also meine Wahl und siehe da, das Programm dauert ganze 22 Minuten, inklusive Schleudern. Wem der Sinnersche Kreis ein Begriff ist – kenn ich natürlich noch aus der Ausbildung – weiß, dass es vier Faktoren für Sauberkeit gibt: Mechanik, Temperatur, Chemie und Zeit. Bei uns wird eine niedrige Waschtemperatur durch Mechanik (die Trommel dreht sich in beide Richtungen) und vor allem Zeit kompensiert. Aber hier? Richtig. Augen auf bei der Wahl des Waschmittels, bloss keine Bleiche für Buntwäsche nehmen.

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Nachdem auch das geklärt war, konnte ich meinen beiden Maschinen meditativ beim Waschen zusehen und bin mit dem Ergebnis auch ganz zufrieden.

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Jetzt bin ich nur noch gespannt, ob ich die Wäsche in dem tropischen Klima auch trocken kriege.

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Ich wohne übrigens in der Nähe von Kurtistown bzw. Hilo im Osten von Big Island (relativ mittig ist in grau eine kleine Markierung auf der Karte).bildschirmfoto-2016-09-23-um-16-59-46

Big Island ist die größte und jüngste Hawaiianische Insel, die im Grunde auch immer weiter wächst. Das liegt daran, dass es hier zumindest noch einen derzeit aktiven Vulkan gibt – den Kilauea – von welchem aus fleißig Lava ins Meer fließt, was die Insel halt jeden Tag ein bisschen wachsen lässt. Mein zu Hause auf Zeit befindet sich ganz in der Nähe vom Volcano National Park. Was ich da so alles gemacht und gesehen habe (und am Wochenende noch erleben werde), erzähle ich Euch der Vollständigkeit halber im nächsten Post. Hier schon einmal eine kleine Vorschau:

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Auch wenn heute also eher ein Bummeltag mit Alltagsaufgaben war, an dem ich auch viel und ein ganz kleines bisschen wehmütig an zu Hause gedacht habe, bleibt es insgesamt richtig spannend.

 

 

 

 

Aloha!

Die gut neun Stunden Flug von Seoul nach Honolulu sind erstaunlich schnell umgegangen – trotzdem bin ich froh, dass von jetzt an kein Flug mehr planmäßig länger als knapp 7 Stunden dauern wird.

Entsprechend ausgeschlafen bin ich also an meinem Murmeltier-Montag in Honolulu angekommen und durfte mich dem kleinen Abenteuer „Einreise in die USA“ stellen. Das wird immer verrückter. Via ESTA hatte ich meine Einreise vorab aus Deutschland schon „autorisieren“ lassen – kostet $14 und heißt im Grunde nix, die Beamten können einem die Einreise jeder Zeit trotzdem verweigern. Man bekommt im Flugzeug eine weiße Karte, die man später beim Zoll abgibt. Auf dieser trägt man dann alle Daten noch einmal ein, die man im Rahmen von ESTA schon mal abgegeben hat, und muss einige Fragen zu Waren und Bargeld etc. beantworten. Am Flughafen wird man dann zu einer automatischen Abfertigung geschickt. An diesem Automaten wird der Reisepass eingelesen, man beantwortet zum dritten mal alle Fragen und scannt seine Fingerabdrücke von einer Hand ein. Am Ende wird noch ein Foto gemacht und man bekommt einen Ausdruck mit einer Bearbeitungsnummer. Mit diesem wird man dann zum Grenzbeamten geschickt. Dort werden dann wieder Reisepass und Fingerabdrücke gescannt, noch ein Foto gemacht und man beantwortet alle Fragen zum inzwischen vierten Mal und in Verhörform. Ich bin mittlerweile schon vier Mal in die USA eingereist und hatte Gott sei Dank immer sehr nette Beamte, aber ein komisches Gefühl ist es trotzdem und die Fragen sind wirklich manchmal um 5 Ecken gestellt. Ich konnte einige Chinesen beobachten, die aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse richtig Probleme zu haben schienen. Bei mir lief alles glatt und war sogar ganz nett. Wenn ich möchte, kann ich jetzt bis zum 19.12. hier bleiben.

Nachdem  eine Grenzbeamtin in Seoul mich bei der Ausreise als sie meinen Pass in der Hand hielt gefragt hat „Is that you?“ und ich total perplex war (Standardfrage wie ich später festgestellt habe) dachte ich, mir könnte nix kurioseres mehr passieren. Bis die Zollbeamtin in Honolulu, bei welcher ich die weiße Karte aus dem Flugzeug sowie den Ausdruck vom Automaten abgeben musste mich gefragt hat, warum ich meinen Namen falsch geschrieben habe. Klar, im Ausweis steht ein „ü“ aber ich schreibe natürlich überall „ue“ weil die Amis das erstens sonst nicht raffen und zweitens z.B. das ESTA-Formular Umlaute bzw. Sonderzeichen gar nicht erlaubt. Sie hat mich dann erst einmal rausgewunken, wild etwas in ihren Computer eigetippt, mir zum fünften Mal die bekannten Fragen gestellt und wollte dann mit einem „Wait here, I try to solve the problem“ mit meinem (ja auch schon abgestempelten) Pass abhauen. Ich konnte ihr vorher glücklicherweise noch schnell die maschinenlesbare Schrift, also die unteren Zeilen auf dem Reisepass, zeigen. Dort steht mein Nachname auch mit „ue“. Das hat sie beruhigt und ich konnte mich endlich auf den Weg ins Hostel machen.

Das Seaside Hawaiian Hostel liegt nur 10 Minuten vom berühmten „Waikiki Beach“ und man bekommt für um $35 pro Nacht im Zweibettzimmer (das Bad teilt man sich mit insgesamt 8 Mädels) so ziemlich das, was man erwartet wenn die Zimmerpreise in einem (schlechten) Hotel nicht unter $150/Nacht anfangen. Für zwei Nächte total okay und auch hier wieder mit netten Gesprächen, interessanten Tipps und ein bisschen Unterricht in Schwiizerdütsch.

Der Plan sieht so aus, dass ich in Honolulu zunächst zwei Nächte bleibe und dann erst einmal nach Big Island fliege. Ich komme dann für die letzten drei Tage auf Hawaii noch einmal her und habe dann auch ein Auto, also gar keinen Stress mir zu Beginn irgendetwas per Bus oder so anzusehen.

Bei meinem ersten Spaziergang durch den Waikiki-Teil von Honolulu musste ich ehrlicherweise sehr an Frank Goosen denken: „Boah! Schön is dat nich.“ Also klar, keine Frage. Hier stehen Palmen, die Sonne scheint, der Himmel ist blau (meistens und ansonsten ganz schnell wieder), es weht ein frisches Lüftchen und das Meer ist der Hammer. Türkisblau und mit tollen Wellen. Allerdings muss man sich erst einmal durch gefühlt 1000 Designer-Boutiquen – quasi die hoch 10 – und zig Bettenburgen-Luxus-Hotels kämpfen, bis man überhaupt etwas von Strand und Meer sieht.

Dann hat man allerdings wirklich was zu gucken und so habe ich den heutigen Dienstag Dank Sonnenschirm aus dem Hostel (Sonnenschirm + Liegen kann man ansonsten am Strand für $50(!)/Tag mieten) und meinem neuen Long-Sleeve-UV-Shirt quasi komplett am Strand verbracht, allerdings etwas abseits vom Waikiki-Beach, und den Tag sehr genossen.

Auch genossen habe ich meine ersten Tiefkühl-Mac&Cheese seit Puerto Rico 2013. Das ist mein USA-Hostel-Ausnahme-Essen wenn ich nicht kochen möchte. Schmeckt (selbst gekocht natürlich viel besser), geht schnell und kostet nicht viel. Eigentlich. Hier im ABC-Store wollen die dafür ernsthaft $7 haben. Ich habe glücklicherweise noch ein anderes Geschäft gefunden, wo nur $2,50 verlangt wurden – immer noch fast das doppelte von dem, was ich sonst bezahlt habe.

Ab morgen habe ich ein Auto und werde dann auf jeden Fall direkt einen der großen Supermärkte ansteuern, hoffentlich wird es da etwas günstiger. Ich freue mich übrigens schon sehr darauf Auto zu fahren und vor allem endlich mal wieder zu kochen – ist ja jetzt schon wieder vier Wochen her, seit ich das zuletzt gemacht habe. Ich denke, dass das in meiner Air B’nB Unterkunft kein Problem sein wird, mein Gastgeber hat mir auf jeden Fall schon verraten, wo ich den Schlüssel morgen finde und wo im Haus mein Zimmer ist. Ich bin gespannt!

P.S. Es gibt Bier auf Hawaii nur das Trinken ist schwierig – ist ja quasi überall verboten ;-).

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Zurück in die Zukunft

Mein Flug von Seoul nach Hawaii startet am 19.09. abends um 20:30 Uhr und dauert gut 9 Stunden. Weil ich die Datumsgrenze überfliege, komme ich aber nicht Dienstag Morgen in Honolulu an, sondern es ist *Bam* wieder Montag Morgen, 10:30 Uhr.

Bisher war es bei mir im Vergleich zu Deutschland später, 5 bzw. 7 Stunden. Auf Hawaii ist es bei mir dann 12 Stunden früher…

Für jeden Geschäftsreisenden zwischen Asien und den USA bestimmt Pille Palle, aber ich finde das total abgefahren. Quasi ein Murmeltiertag.

Bis später dann…oder früher… :-).

Zwischen den Welten

Am Donnerstag habe ich das paradiesische Phangan verlassen und mich auf den Weg nach Seoul gemacht: Transfer vom Hotel zum Pier, dann mit der Fähre nach Koh Samui, weiter mit dem Bus zum Flughafen und ab in den Flieger nach Bangkok, von da aus dann der Weiterflug nach Seoul. Thailand hat mir den Abschied in ganz unterschiedlichen Ausprägungen nicht leicht gemacht.

Mit ein wenig Verspätung bin ich dann schließlich gut in Seoul angekommen und ohne Probleme eingereist. Vor der Einreise werden übrigens alle Fluggäste mit einer Wärmebildkamera gefilmt, damit man diejenigen mit Fieber aussortieren kann. Habe ich so auch noch nicht erlebt. Nachdem ich noch am Geldautomaten war, bin ich via AirportExpress zum Hostel gefahren. Hier sehen irgendwie alle Automaten, egal ob ATM oder Fahrkartenautomat, aus wie Spielautomaten im Casino und machen auch entsprechenden Lärm. Auf Englisch eingestellt aber alles gar kein Problem.

In Seoul habe ich das erste Mal auf meiner Reise im Hostel übernachtet. Das ist natürlich überhaupt kein Vergleich zu den Hotels zuvor, aber es war die absolut richtige Entscheidung.

Ich habe zwei Mormoninnen aus Russland und Utah getroffen, mit Australiern und Schweizern Reiseerfahrungen ausgetauscht, mit zwei ursprünglich aus Vietnam stammenden Münchnerinnen, einem Peruaner und der koreanischen Hostelmitarbeiterin gepuzzelt und mich mit einem Stuttgarter zu einem Ausflug verabredet. Quasi die perfekte Hostelerfahrung.

Mein erster Spaziergang diente primär dazu, die Gegend zu erkunden und mich zu akklimatisieren, hatte aber auch ein ganz konkretes Ziel.

Das Hostel ist in Hongdae, ein Studentenviertel in dem es unendlich viele Cafés und Restaurants gibt. Die Cafés haben oft willkürliche Nonens-Namen („Nein danke“), verfolgen manchmal aber auch ein ganz konkretes Thema: man kann dort beispielsweise puzzeln, Sachen aus Lego bauen oder Handyhüllen designen – das nenn‘ ich mal Erlebnisgastronomie. Mein Ziel am Freitag, welches ich nach ein wenig verirren und durchfragen dann tatsächlich auch gefunden habe, war das Bauhaus Dog Café.

Da geht man hin, um die Hunde zu beobachten, zu streicheln und zu füttern. Aus Menschensicht ziemlich ungemütlich, aber die Hunde haben sich sichtlich wohl gefühlt.

Die Straßen waren am Freitag relativ leer, weil einen Tag zuvor das koreanische Erntedankfest gefeiert wurde, was sich im Laufe des Wochenendes aber noch geändert hat.

Abends wollte ich dann das erste Mal in Seoul essen gehen, was eine größere Herausforderung wurde, als angenommen. Wenn es eine Sache gibt, die man als Alleinreisende können sollte, ist das aus meiner Sicht alleine in ein Restaurant gehen und sich dabei gut fühlen. Korea ist neben Kimchi berühmt für das Korean Barbecue. Das ist für eine Person schlicht zu viel und die meisten Restaurants vergeben nur Tische ab zwei Personen. Wenn man das weiß, alles gut. Ich kam mir allerdings ziemlich komisch vor, bis es mir am nächsten Tag jemand im Hostel erklärt hat. Irgendwann habe ich doch noch ein Restaurant gefunden, das ich einladend fand und wo ich auch reingelassen wurde. Die Karte war – natürlich – auf Koreanisch. Da der Kellner kein Englisch konnte, habe ich mich vom Nebentisch beraten lassen und quasi Nudeln mit Schweinefleisch und Gemüse bekommen.

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Das war erstaunlich lecker und hat für zwei Tage gereicht. Das Highlight hier ist das Roadsteak. Man bekommt ein großes Bier, Pommes und Steak und zwar so, dass man beim Gehen das Bier halten und gleichzeitig Essen kann.

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Ich habe Seoul als eine wahnsinnig junge, moderne und lebendige Stadt wahrgenommen, mit sehr selbstbewussten und aufgeschlossenen Bewohnern – im positivsten Sinne. Nichts desto trotz ist Südkorea auch geprägt von der Teilung bzw. Abspaltung von Nordkorea. Da ich hierüber relativ wenig wusste, bin ich Samstag zum War Memorial aufgebrochen.

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Das beschäftigt sich grundsätzlich mit allen Kriegen mit koreanischer Beteiligung, legt aber einen besonderen Fokus auf den Koreakrieg. Hier gibt es natürlich einige Parallelen zur Trennung von BRD und DDR. Ich persönlich verbinde – obwohl ich das Ereignis natürlich wertschätze – wenig Emotionen mit der Wiedervereinigung, einfach, weil ich damals noch zu jung war um die Teilung wirklich zu erfahren. Den innigen Wunsch nach einem gemeinsamen Staat in Seoul zu erleben, hat mich ein Stück sensibilisiert und bewegt.

Nach einem kurzen Abstecher nach Itaewon bin ich anschließend mit dem Bus zum N Seoul Tower gefahren (hier vom War Memorial aus fotografiert).

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Der Turm steht auf dem Namsan und überragt Seoul um insgesamt knapp 480 Meter. Die Aussicht war, trotz des Andrangs, Dank des guten Wetters fantastisch.

Hier dann auch noch einmal das War Memorial von N-Tower aus fotografiert.

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Ich habe lange überlegt, ob ich es machen soll oder nicht, aber letztendlich wollte ich meine Eindrücke aus dem War Memorial noch etwas praktisch vertiefen. So habe ich am Sonntag eine Tour zur Demilitarisierten Zone gemacht.

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Unser Tourguide hieß Han, sein englischer Name war Ron (direkt total sympathisch) und wir waren der Einfachheit halber Han’s Group.

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Es gibt verschiedene Stationen, die man besuchen kann. Das Highlight für viele ist die Joint Security Area (JSA), in welcher sich Gebäude befinden, die von Nord- und Südkorea genutzt werden. Hier ist zudem die Brücke ohne Wiederkehr. Für diese Tour muss man sich mindestens eine Woche im Voraus registrieren und derzeit sind beide genannten Ziele geschlossen, da kürzlich neue Minen dort gefunden wurden (O-Ton Han). In der JSA waren wir also nicht.

Stattdessen haben wir uns zunächst – nach einem kurzen Film – einen von insgesamt vier Inflitrationstunneln angesehen. Nordkorea hat diese mit dem Ziel Seoul angelegt, der vierte und letzte wurde erst 1990 und auch nur aufgrund von Informationen eines Flüchtlings/Informanten aus Nordkorea entdeckt.

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Das Bild zeigt eine Nachbildung überirdisch, im eigentlichen Tunnel ist fotografieren nicht erlaubt. Ab- und Aufstieg waren ein toller Frühsport. Über eine Strecke von 350m überwindet man rund 70 Höhenmeter. Man marschiert also runter, dann ca. 200m gebückt (sogar ich) mit Helm durch den Tunnel, bis man vor einer Mauer steht. Insgesamt 3 davon haben die Südkoreaner errichtet, um den Durchgang zu versperren. Nachdem man sich das angeguckt hat dreht man wieder um geht wieder zurück. War natürlich konditionell gar kein Problem für mich ;-).

Anschließend ging es zu einem Observation Point, von dem man – wie früher in Berlin – nach Nordkorea gucken kann.

Von links nach rechts sieht man auf dem Panoramabild zwei echte Nordkoreanische Dörfer, eine echte Nordkoreanische Großstadt, eine stillgelegte Fabrik, einen Störmast, eine Nordkoreanische Flagge, ein Nordkoreanisches Kulissendorf, eine Südkoreanische Flagge und ein Südkoreanisches Dorf.

Südkorea hat zuerst eine Flagge gehisst, dann Nordkorea eine größere und dann ging das immer hin und her. Südkorea hat irgendwann aufgegeben. Die Fabrik war der Versuch einer Kooperation beider Länder. Südkorea hat in Nordkorea Waren produziert und mit der Nordkoreanischen Regierung den Lohn für die Arbeiter verhandelt. Diesen hat Nordkorea aber nie in der vereinbarten Höhe gezahlt und davon stattdessen Raketentests finanziert. Um dies zu unterbinden wurde die Fabrik Anfang des Jahres geschlossen.

Was wir nicht gehört haben, waren die berüchtigten Propagandalautsprecher. Beide Länder beschallen sich hier schon mal gegenseitig. Laut Han kommen aus Südkorea der Wetterbericht, K-Pop, Nachrichten aus Südkorea und der Welt und (natürlich) Schmähungen gegen Nordkorea.

Auch wenn derzeit eine Lösung des Koreakonflikts weit entfernt scheint, ist die allgemeine Darstellung schon von einer gewissen Hoffnung geprägt. Mitten in der DMZ steht z.B. ein voll funktionsfähiger und recht neuer Bahnhof, über den derzeit allerdings nur Touristen in die DMZ kommen. Es gibt zwar eine Verbindung bis nach Nordkorea, der Zug fährt aber natürlich vor der Grenze wieder zurück. Wenn die Grenze irgendwann geöffnet wird, gibt es auf jeden Fall schon das passende Schild.

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Nach dem interessanten aber auch ein wenig aufwühlenden Start in den Sonntag habe ich mich noch einmal in ein Themencafé begeben – das Raccoon Café. *YAY*

Den Reisemontag habe ich dann noch einmal genutzt, um ein ganz anderes Gesicht von Seoul zu erkunden, das Viertel rund um die City Hall.

Hier sind neben Banken und Firmensitzen auch viele Botschaften, Regierungsgebäude und Museen.

Der Telefonhörer klingelt, wenn man drunter durch geht. An der Miró-Ausstellung konnte ich übrigens nicht vorbeigehen und habe dort ein inspirierendes Stündchen verbracht.

Am Ende der Straße bietet sich dann auf einmal ein ganz anderes Bild.

Der riesige Gyeongbokgung-Palast. Hier habe ich dann auch mal Fotos von Koeranerinnen gemacht – natürlich habe ich vorher gefragt.

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Die Hanbok erinnern ein kleines bisschen an Lane’s Hochzeitskleid, oder? Also zumindest der hohe Rock ;-). Dieses sehr koreanische Bild ist zumindest ein schöner Abschluss für meinen Bericht aus Seoul.

Auf dem verlängerten Zwischenstopp habe ich, obwohl ich in der Kürze der Zeit schon echt viel gemacht habe, natürlich nur einen Bruchteil von Seoul und eben auch von Südkorea sehen können. Eine Wiederkehr würde ich durchaus nicht ausschließen.

Ich mache mich jetzt gleich auf den Weg zum Flughafen Incheon und von da aus geht es dann nach HAWAII! 🙂

Auf dem Weg über den Pazifik wird etwas ziemlich verrücktes passieren. Weil ich mich schon seit ich die Route geplant habe darauf freue, widme ich diesem Ereignis sogar einen eigenen Post direkt im Anschluss!

Khop Khun Khaa, Land des Lächelns!

Wenn es am schönsten ist, soll man ja bekanntlich gehen – also mache ich das jetzt. So sehr ich mich auf Seoul, Hawaii und New York freue, ein paar Tage hätte ich schon noch auf Koh Phangan bleiben können!

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Vom Cottage und der allgegenwärtigen Aussicht habe ich ja eigentlich schon genug geschwärmt…aber so bin ich die letzten 10 Tagen geweckt geworden:

Darüber hinaus war das Frühstück fantastisch und der perfekte Start in den Tag. Wie in Thailand üblich gab es eine Kombination von westlichen Frühstückselementen – im Panviman aussergewöhnlich vielfältig – warmen (asiatischen) Speisen und viel frischem Obst. Ideal zum Kaffee waren kleine Bällchen aus Teig mit Kokosmilch: Khanomkrog. Sehr sehr lecker. Da kann man schon mal ein oder zwei Stündchen mit entsprechender Lektüre verbummeln und ist ausreichend gestärkt für Schwimmen, Lesen oder Blog schreiben. Nach einem Mittagsschlaf lockte anschließend das Dorf zu einer Massage und evtl. noch einer Kleinigkeit zum Abendessen. An so einen Tagesablauf kann man sich echt gewöhnen.

Pünktlich zum Abschied gab es hier am Mittwoch noch ein kleines Highlight in Form einer Hochzeit.

Die Braut kommt aus Australien, der Bräutigam aus Kroatien. Da liegt Thailand ja quasi in der Mitte. Es war schon spannend, wie sich quasi das ganze Hotel darauf vorbereitet hat und jeden Tag neue Hochzeitsgäste aus aller Welt eingetroffen sind. Während ich die Zeremonie aus dem Pool heraus beobachtet habe – die Tatsache an sich war schon großartig – habe ich überlegt wie genial das wäre,  Euch alle mal eben hier hin zu beamen – das wäre ein Fest geworden 🙂

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In Thailand stellen ganz banale und alltägliche Dinge manchmal das ein oder andere Abenteuer dar, insbesondere für jemanden wie mich, der mit  Tierchen ab 6 Beinen so gar nicht klar kommt. Da wird quasi jeder Gang ins Bad zur vorsichtigen Expedition. Ich bin glücklicherweise nur 2-3 Mal wirklich fündig geworden. Reaktion beim ersten Mal: Defensives Fluchen, Roomservice rufen, am anderen Ende des Cottages auf diesen warten, parallel vorsichtshalber mal mit Mama Kontakt aufnehmen. Inzwischen habe ich es auch mal geschafft, ein Glas über La Cucaracha zu stülpen, aber auch nur weil die schon halb tot war, sonst sind die ja erstaunlich schnell – vermutlich haben die Zimmermädchen extra gründlich gesprüht. Das ist in Südostasien im Grunde keine große Sache, kein Anzeichen für schlechte Hygiene und mehr oder weniger normal – für mich allerdings jedesmal der blanke Horror. Bei meinen Dorfrunden habe ich deshalb aus Prinzip keine Brille angehabt und versucht, einfach nicht so genau hinzugucken – hat meist ganz gut geklappt.

Kein Problem hatte ich dagegen mit den ganzen Geckos, auch wenn wir uns manchmal ein Zimmer geteilt haben. Neulich am Pool habe ich mich gewundert, weil der vermeintliche Gecko so groß war und „schiemlich“ forsch auf mich „schu“ rannte, normalerweise laufen die ja vor einem weg. Als das Vieh immer näher kam habe ich irgendwann die „Schunge“ gesehen, die war so schlangenartig – Wawa Waran. Wollte aber nur an mir vorbei und war genau so schön wie harmlos (weil für einen Waran noch sehr klein).

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Ein wunderbares Schauspiel haben die Fledermäuse geboten, die jeden Abend in der Dämmerung vor meinem Balkon gejagt haben. Wegen der Mücken habe ich versucht zu vermeiden, während dieser Zeit draußen zu sein und konnte sie oft beobachten und anfeuern.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass viele Tranfers auf den Inseln mit Pick-Ups gemacht werden. Man setzt sich auf eine schmale Bank auf der Ladefläche und muss sich und seine Taschen irgendwie festhalten während es in einem Affenzahn bergauf und bergab geht. Das zähle ich mal zu den mittelgroßen Abenteuern.

Alles in Allem kann ich nach den gut drei Wochen gar nicht genug betonen, wir sehr mir Thailand gefallen hat. Egal ob Bangkok, Chiang Mai, Koh Tao oder Koh Phangan ich habe mich überall furchtbar wohl gefühlt und viele nette Menschen kennengelernt (Einheimische und Touristen), wenn auch nur eher flüchtig. Aber das ist im Urlaub ja meist so und häufig auch das Spannende.

Am Montag bin ich übrigens gefragt worden, ob ich so bagpackermäßig  unterwegs bin. Ich hatte darauf keine Antwort. Es gibt mittlerweile ja zig Ausprägungen davon – Flash, Posh, Budget, Party, Solo…hier wurde das mal schön zusammengefasst. Ich glaube, ich bin von allem ein bisschen und irgendwie ganz froh, nicht so eindeutig in eine Schublade zu passen. Was man erleben möchte hängt ja auch ganz stark vom Ort ab, an dem man gerade ist.

Einen viel größeren Kontrast zu den letzten zweieinhalb Wochen als Seoul kann ich mir, obwohl ich noch nicht da war, fast nicht vorstellen. Ich werde dort noch einmal versuchen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Flughafen zu meinem Hostel zu kommen, was ja in Hanoi ziemlich in die Hose gegangen ist. In Bangkok habe ich es zwischen Chiang Mai und Koh Tao immerhin schon geschafft, mit dem kostenlosen Busshuttle vom Flughafen Don Mueang zum Flughafen Suvarnabhumi zu gelangen. Ich bin diesmal also einigermaßen zuversichtlich und melde mich das nächste Mal – Zitat Oma Luise „So Gott will“ – aus Südkorea.

Bai bai!

Ich packe meinen Koffer…

Wie angekündigt stelle ich Euch hier ein paar Dinge vor, die ich auf meiner Reise nicht mehr missen möchte und ein paar Kniffe, die sich bis jetzt bewährt haben.

Drei Bemerkungen hierzu vorab:

  1. Ich habe mir im Laufe des letzten Jahres immer mal wieder Blogs und Artikel zum Thema Packlisten etc. angesehen und mir da das für mich passende raus gesucht. Vieles ist also vermutlich schon bekannt, es ist eben meine persönliche Auswahl/Zusammenstellung.
  2. Dieser Post enthält UPDATE 04/19 KEINE affilate Links mehr. (Falls Ihr also Interesse daran habt, einen der Artikel bei Amazon zu erwerben, klickt gerne drauf, dann bekomme ich ein paar Cent – allerdings wirklich nicht viel, das Ausprobieren der Einbindung steht hier für mich im Vordergrund.) Grundsätzlich bin ich natürlich ein Fan vom Heimatshoppen und würde, wenn ich wieder da bin, natürlich auch bei Bedarf mal was verleihen.
  3. Ohne besonders ängstlich oder panisch zu sein gibt es 2 Dinge, vor denen ich mich hier einfach schützen muss (Sonne und Mücken) und eben Diebstahl, den man immer im Hinterkopf haben sollte wenn man auch mal in Mehrbettzimmern oder trubeligen Großstädten unterwegs ist. Ich halte mich jetzt nicht für übervorsichtig bin aber froh, das ich entsprechende Helferlein mit habe.

Los geht es mit dem „Koffer“. Es kommen noch erstaunlich viele Taschen – Frau verreist – aber ich beginne mit der vielleicht wichtigsten. Nach etwas hin und her überlegen habe ich mich für den The North Face Basecamp Duffle in Größe L entschieden, laut Hersteller passen 95 Liter rein.

Vorteile: Da aus LKW-Plane sehr robust, abwaschbar, wasserfest und mit Rucksackträgern, allerdings ohne Beckengurt. Dafür mit einer großen Öffnung über die gesamte Taschenbreite. Jeder, der schon einmal mit Rucksack verreist ist weiß, wie nervig es sein kann sich immer durch die schmale Öffnung zu seinen Sachen durchzuwühlen.

Für Ordnung in der Tasche sorgen 5 Packwürfel.

Es gibt da zig Anbieter, Größen und Varianten. Wie es der Zufall wollte hat Amazon mir nicht vier sondern fünf geschickt. Die Befüllung stellt sich nach ein paar Mal umpacken wie folgt dar:

  1. Saubere Klamotte
  2. Schon getragene aber noch tragbare Klamotten
  3. Schuhe, Strümpfe, Unterwäsche (jeweils noch separat verpackt)
  4. Kosmetikartikel und Medikamente
  5. Elektrokram, Taschen, KrimsKrams.

Klamotten, die in die Wäsche gehören, sind in einem Jutebeutel, den kann man dann auch gleich so abgeben.

Für ausreichend Frischeduft bis dahin sorgen Trocknertücher von Lenor.

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Der Karton ist zwar schon ordentlich mitgenommen, aber so wirklich ausgepackt habe ich die Tücher noch nicht. Der Geruch, der quasi nur aus der Packung kommt, ist aber ausreichend um dafür zu sorgen, dass immer alles (wie von Mama!) frisch gewaschen nach zu Hause riecht. Super.

Auch nach meiner Reise kann ich mir ein Leben ohne Zip-Loc Beutel nur noch schwer vorstellen.

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Gibt es bei allen gängigen Discountern für kleines Geld und sind ideal für alles was auslaufen, sich verheddern oder verloren gehen kann.

In den meisten Hotel- bzw. Hostelzimmern gibt es einen Safe, aber eben nicht in allen. Mein Travelsafe von Pacsafe hat schon das ein oder andere Mal für  Beruhigung gesorgt.

Wie bei allen Pacsafe-Produkten ist engmaschig Drahtseil verarbeitet, so dass der Beutel von keiner Seite aufgeschnitten werden kann. Zusätzlich kann er mit Hilfe einer Schlinge an Möbeln o.ä. befestigt werden, damit er nicht mitgenommen werden kann. Klar hält er jemanden, der es darauf anlegt nicht auf, sorgt aber dafür, dass Gelegenheitsdiebe keine Chance haben. In die 12L Variante passen MacBook Air (11″), Bridgekamera, Handy und die wichtigen Dokumente locker rein.

Zur Befestigung benötigt man ein Schloss. Da man so ein Schloss immer mal wieder braucht, manchmal auch an verschiedenen Plätzen gleichzeitig (z.B. Schließfach + Reisetasche im Hostel), habe ich mir direkt 3 TSA-4 Digit-Kombinationsschlösser besorgt.

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Und nein, keins hat meinen Geburtstag als Kombination ;).

Ebenfalls zur Pacsafe-Familie gehört der Metrosafe, den ich als Handtasche nutze.

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Eigentlich eine Laptoptasche, aber die Größe ist ideal, um auch die Kamera und eine Flasche Wasser mitzunehmen, ohne dass die Tasche zu klobig wird. Neben den eingearbeiteten Drahtseilen werden die Reißverschlüsse verhakt. Diebstahl natürlich auch hier nicht unmöglich aber zumindest erschwert.

Um Schutz der anderen Art geht es bei der Regenhülle von Deuter.

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Ich habe diesmal zwar nicht den zugehörigen Rucksack mit, aber das weiß die Regenhülle ja nicht und passen tut sie trotzdem. Hat mir in Lienz und im Elefantenpark schon gute Dienste geleistet.

Hier in Thailand und insbesondere auf Koh Tao und Koh Phangan sind Nasty Little Sucker unterwegs, die vor allem tagsüber Dengue übertragen können. Mein Dreigestirn zur Abwehr: Antibrumm Repellent, Imprägnierung für die Klamotten und das Parakitoarmband mit Zitronella.

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Man muss auch dran glauben, dass es hilft. Bis jetzt hatte ich drei Mückenstiche und bin ganz zufrieden.

Mein ärgster Feind ist der Sonnenbrand und ich bin immer diejenige im Pool, die mit T-Shirt schwimmen geht. Hilfreich ist hier ein Wet-Suit oder UV-Shirt.

Ich habe schon länger O’Neill, würde das nächste Mal aber direkt eins mit langen Ärmeln kaufen (Ich wollte in absehbarer Zeit eh nicht nach Frankreich)

Gute Dienste – insbesondere in Vietnam – hat mir mein Schlafsackinelt geleistet.dscf1563

Halt immer dann, wenn das Bett nicht so zum einkuschlen einlädt. Ich habe auch noch einen aus Seide, der war aber zwischendurch verlustig. Inzwischen habe ich ihn wiedergefunden aber für hier lieber den aus Baumwolle mitgenommen, weil man den mal eben durchwaschen (lassen) kann.

Empfehlenswert ist zudem eine Taschen- bzw. Stirnlampe.

dscf1569Letztere fand ich erst übertrieben aber spätestens beim Kofferpacken im fensterlosen Hotelzimmer in Hanoi bei Stromausfall war ich mehr als dankbar, sie dabei zu haben,

Das Taschenmesser war ein Geburtstagsgeschenk ( 🙂 danke nochmal!) und erweist sich immer wieder als nützlich. Einziger Knackpunkt – bei Flügen unbedingt dran denken es wieder im Koffer zu verstauen!

Noch‘ ne Tasche.

Die Faltreisetasche habe ich nach meiner Rückkehr aus Vietnam dazu gekauft. Als Strand- oder Freibadtasche ganz hervorragend und ggf. auch, falls das Gepäck auf dem Rückweg mal mehr geworden ist ;).

Das OhneWörterBuch. Mehr als hilfreich.

Auch hier ohne Worte außer – vielen Dank dafür, liebe Kollegen :-).

Last but not least – mein Reisetagebuch.

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Vor allem wegen der individuellen Gestaltung von ganz vielen von Euch und wegen den praktischen Fächern für Karten/Briefe/Glücksbringer auch immer mal wieder ein Stück zu Hause.

So viel zu den Dingen. Folgendes hat sich zudem bewährt:

  • In meinem Portmonee habe ich einen Mini Magic Letter dabei. Wer bin ich, warum bin ich hier, wer soll im Notfall kontaktiert werden. Die Idee dazu kam von Zwei nach Shanghai: 13600 Kilometer mit dem Fahrrad von Deutschland nach ChinaPaul und Hansen.
  • Alle wichtigen Dokumente habe ich fotografiert und die Fotos in meine Dropbox hochgeladen, falls mal was weg kommt.
  • Alle Reisedaten sind in meinem iCloud-Kalender, auf den zwei wichtige Menschen Zugriff haben. So weiß immer jemand wo genau ich zur Zeit bin oder zumindest sein müsste.
  • Ich habe zudem ein wie ich finde klasse Geldversteck – das verrate ich aber erst, wenn ich zurück bin.

Alle, die bis hierhin durchgehalten haben, grüße ich um so herzlicher immer noch von Koh Phangan.

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Master of Staring

Auf’s Meer starren könnte ich ja auch professionell machen, das ist mir spätestens hier klar geworden. Geahnt hatte ich das allerdings schon länger.

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Den Ausblick aus meinem Cottage kennt Ihr ja schon, das geht dann natürlich beim Frühstück so weiter, so allgegenwärtig wie das Meer hier glücklicherweise ist.

So richtig habe ich mich mit dem Thema Meditation noch nicht auseinander gesetzt, aber für mein Verständnis spielen die Schlüsselwörter „hier, jetzt, gut, zulassen“ eine wichtige Rolle und ein „Flow-Gefühl“. Letzteres habe ich wenn es richtig gut läuft beim konzentrierten Arbeiten und manchmal beim Schwimmen. Hier habe ich das quasi ständig, wenn ich auf’s Meer gucke. Als würde mich irgendetwas in seinen Bann ziehen. Da kann das Buch noch so spannend und das Essen noch so lecker sein – ich sehe das Meer, grinse, verliere mich und zack ist ’ne Viertelstunde um. Einfach super.

Jetzt war ich natürlich schon oft am Meer, aber so extrem hatte ich das noch nie. Was vielleicht dazu beiträgt ist einfach die Stimmung hier auf den Inseln – tiefenentspannt beschreibt diese nur rudimentär. Die Thais sind (bis auf ganz wenige Ausnahmen) unglaublich freundlich, herzlich, hilfsbereit und dabei auch noch witzig.

Kleines Beispiel: Ich habe vorgestern beim Essen im Dorf ein junges Pärchen aus Kasachstan kennengelernt, die hier ihre Flitterwochen verbringen. Neben wirklich abgefahrenen Hochzeitsfotos und der erneuten Erkenntnis, dass ein Deutscher  Reisepass ein unschätzbares Gut ist, haben wir ganz herzlich zusammen gelacht. Die beiden wollten gerne Brot zu ihrem Abendessen dazu haben. Das kennen Thais so nicht. Leider hatte ich mein Ohne-Wörter-Buch nicht zur Hand, aber gemeinsam konnten wir uns verständlich machen. Zum Brot kam dann ganz selbstverständlich Butter, Erdbeermarmelade und Erdnussbutter dazu. Großartig.

Kleines Beispiel 2, ohne Worte:

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Ein weiterer die Entspannung fördernder Aspekt ist, dass sich hier quasi alles barfuß abspielt. Sobald man ein Gebäude betritt – Supermarkt, das Frühstücksrestaurant hier – Schuhe (also Flip Flops) aus. Nach meinem Zwischenstopp in Seoul nächste Woche bin ich noch einmal etwas über zwei Wochen auf Inseln unterwegs. Ich werde das Gesamtgefühl mal weiter beobachten und versuchen etwas zu definieren, was ich in den Alltag mitnehmen kann – wobei ich nicht barfuß im Büro rumlaufen werde 😛 …

Von meinem Hotel bin ich nach wie vor richtig angetan, auch wenn mich die Tore immer ein wenig an Jurassic Park erinnern.

Die Anlage ist wirklich gepflegt und sehr schön.

Zudem gibt es hier einen eigenen Gemüseanbau und vermutlich ziemlich viele Arbeitsplätze für die Region.

Mein Lieblingsplatz tagsüber ist bis jetzt erstaunlicherweise der Pool.

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Auch von hier hat man eine fantastische Aussicht auf’s Meer (natürlich), es weht immer ein frischer Wind, es gibt Liegen und vor allem Sonnenschirme, dafür keinen lästigen Sand und man kann halt mal eben in den Pool hüpfen und sich abkühlen. Seit ich auf Koh Tao tauchen war und Jeremy oder Balu uns bei jedem Tauchgang ein neues Lebewesen gezeigt haben, was einen umbringen oder einem zumindest ziemliche Schmerzen zufügen kann, bin ich auf schwimmen/planschen im Meer ohne Shorty nicht mehr so scharf. Zum Stichwort Tauchen – ich hätte hier gerne weitergemacht, aber die Tanote Bay war in der Tat schon der goldrichtige Platz dafür. Ausflüge ab hier, meist nach Koh Tao, sind sogar für Thailand unverhältnismäßig teuer. Ich setze hier also erst mal aus.

Bei der Aussicht überall eigentlich logisch: man muss hier natürlich auch irgendwie vom Pool oder Cottage runter ans Meer kommen, allerdings hat hier jemand Wege gebaut, der sich damit auch auskennt und die auch Menschen nutzen können, die mehr als 50kg wiegen – nicht so wie im Shining-Hotel.

Neben ein paar Hotelanlagen gibt es hier in der Bucht auch so etwas wie ein Dorf oder zumindest eine Straße mit Restaurants, Geschäften und „Tankstellen“. Das ist im Vergleich zur Tanote Bay schon verdammt viel und abends ist es richtig voll und sehr schön beleuchtet.

So ist das hier zumindest ein kleiner Einstieg zurück in die Zivilisation als Vorbereitung auf meine Weiterreise heute in einer Woche.

Weil die kommende Woche sich hoffentlich nicht großartig von dieser unterscheiden wird, wollte ich Euch in den nächsten Tagen mal ein bisschen was über die Sachen erzählen, die ich mitgenommen habe und was sich als gute Praxis beim Packen etc. etabliert hat. Mal sehen, ob ich bei dem ganzen auf’s Meer starren dazu komme :).

 

Sprachlos auf Koh Phangan

Ich komme gerade aus dem Staunen nicht mehr heraus und möchte Euch teilhaben lassen.

An einem Sonntag Morgen im August bekam ich eine Werbemail mit Knüller-Angeboten von Expedia. Da ich noch 10 Tage in Thailand zu verplanen hatte dachte ich „Schau doch mal rein…“. Ich habe dann das Panviman auf Koh Phangan entdeckt. Leicht über meinem (neuen) Budget aber noch im Rahmen und über 65% reduziert. Ich habe dann nach ein wenig hin und her überlegen die verbleibenden 10 Nächte dort gebucht.

Die Begrüßung war eben mehr als freundlich und seitdem ich mein „Zimmer“ gesehen habe, bin ich einfach nur platt. Ich habe auch ein bisschen Sorge, dass morgen jemand kommt und sagt „Sorry Madame, we made a mistake, you need to move…“. Statt in einem Superior Room bin ich nämlich in einem Deluxe Cottage untergebracht.

Zum Vergleich, mein Cottage bis heute auf Koh Tao:


Mein Cottage hier:

Den folgenden Ausblick habe ich vom Bett, der Terrasse sowie von Badewanne, Dusche und vom Klo (!):Preislich gibt es quasi keinen Unterschied zwischen beiden Unterkünften, zumindest nicht bei meinem Angebot. 

Ach und praktischerweise kann man hier, wenn man möchte, den inklusiven Tuk Tuk Service nutzen,  um sich runter zu den Restaurants, zum Pool oder zum Strand und den dortigen Bars bringen zu lassen. (Ab) Morgen werde ich dort die Happy Hour mal mitmachen, heute gibt es glaube ich ausnahmesweise mal Roomservice…