Sachen gibt’s…

Es gibt so manche Situationen auf meiner Reise – heute alleine zwei -, die mich derart verblüffen, dass ich einfach nur grinsen, den Kopf schütteln und ein großes Danke dafür sagen kann (dem Universum, Christophorus, meinen Schutzengeln oder wer auch immer das gerade wieder eingefädelt hat), zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Klar ist auch ein Stück weit die Planung vorab dafür verantwortlich (Toi, toi, toi. – die „Outtakes“ kommen, wenn ich wieder zurück bin), aber ich würde mal schätzen zu höchstens 80%.  Die restlichen 20% ergeben sich halt manchmal einfach so und sind genau das, was aus der Reise ein echtes Erlebnis macht.

Hier mal ein Beispiel. Nachdem ich ja die letzte Woche auf Big Island im Regenwald bei einer top organisierten Superhost Familie gewohnt habe, bin ich gestern wieder auf Ohau angekommen und quasi in der totalen Anarchie gelandet. Mit meinem neuen Mietwagen

(total doofer Chevy) bin ich nach der Landung am Flughafen Honolulu zum Northshore aufgebrochen. Hier ist d e r Surfer Hotspot und im Winter finden zahlreiche hochkarätige Wettkämpfe statt. Dementsprechend viele Unterkünfte sind hier von Surfern für Surfer, aber in der Nebensaison werden auch Nicht-Surfer wie ich aufgenommen. Mir bieten aktuell fünf Brasilianer Unterschlupf, die im Lexikon neben dem Begriff „Surfer“ abgebildet sein könnten. Regeln oder sowas gibt es nicht, einen Schlüssel auch nicht – das Haus ist immer offen – und nach kurzer Eingewöhnung fühl ich mich ganz wohl.

Eben jenes Haus erinnert mich übrigens total an das von Walter White bzw. Breaking Bad und das auch nicht nur wegen des langen Flurs und den braunen Teppichen ;-).

Wenn man das Haus verlässt geht man nach links (das richtige links),dscf2319

überquert den Kamehameha-Highway,

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geht ca. 100m rechts (das richtige rechts) und dann sieht man erst dasdscf2325

und dann ist man hier.

Total super, aber nicht ganz unerwartet und bis hierher im Wesentlichen so geplant. Was jetzt keiner ahnen konnte ist, dass die Hawaiianer die nächste Straße links den Kamehameha-Highway runter netterweise schon mal nach mir benannt haben:

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Ich sag ja, grinsen, Kopf schütteln, Danke sagen. „Maika’i“ heißt auf hawaiianisch übrigens „good, fine“ und „Maika’i no au“ bedeutet „I am fine“.

Nachdem ich heute tagsüber am Three Tables Beach Schnorcheln war,

wollte ich mir heute Abend den Sonnenuntergang am Hausstrand angucken, was bis hier hin auch gut geklappt hat:

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Leider hat es dann angefangen zu regnen und weil das hier manchmal nicht lange dauert, habe ich mich erst mal unter einem Baum gestellt. Da stand bereits eine junge Dame (in meinem Alter) und wir sind natürlich ins Gespräch gekommen. Wo kommt die Gute her? Aus Domburg 😀 – also aus Zeeland, direkt bei Westkapelle und Zoutelande, quasi aus der zweiten Heimat und gerade noch dran gedacht. Schon wieder grinsen, Kopf schütteln, Danke sagen.

Auch nur so halb geplant und im Nachhinein perfekt war mein Ausflug am Montag zum Mauna Kea, noch auf Big Island. Zwei Schweizerinnen haben mir letzte Woche in Honolulu von ihrem Ausflug dorthin berichtet und mir dazu geraten, unbedingt zum Sterne gucken hinzufahren. Ich habe also nach Ankunft auf Big Island einigermaßen regelmäßig den Wetterbericht angesehen und mir einen Tag ausgeguckt, an dem möglichst wenig Wolkenbedeckung erwartet wird.

Der Mauna Kea ist der höchste Berg der Erde, zumindest wenn man den Teil, der sich unter dem Meeresspiegel befindet, mit betrachtet (10.203m). Der Gipfel befindet sich auf etwa 4.205m ü.M.. Zudem ist der Mauna Kea aus verschiedenen Gründen der perfekte Ort für Astronomen und auf dem Gipfel sind zig und einige der größten und besten Teleskope der Welt zu finden.

Auf 2.800 m befindet sich die Visitor Information Station.

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Dort bin ich rechtzeitig vor Sonnenuntergang hingefahren und hab mir die Zeit mit einem kleinen Snack (95% Chemie, aber ich hatte schon schlechtere Suppen und der Kakao hat mich zu etwas späterer Stunde quasi vorm Erfrieren gerettet) und etwas zu lesen

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sowie einem kleinen Spaziergang vertrieben.

Im klassischen Sinne schön ist der Berg jetzt nicht, war aber schon häufiger Drehort für Filme und die NASA hat dort, bzw. auf dem benachbarten Mauna Loa ihre Marseinsätze geprobt, weil die Umgebung große Ähnlichkeiten mit unserem Nachbarplaneten aufweist.

Um 18:00 Uhr ging dann das Star Gazing mit einem Dokumentarfilm und einigen Erklärungen los.

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Was ich nicht in meiner Wetterbeobachtung beachtet habe, war der Mond. Der Ranger, der das Star Gazing moderiert hat, hat uns erst einmal gratuliert, weil wir uns den perfekten Tag für einen Besuch ausgesucht haben: Kein Mond. Für eine Dülkenerin im Grunde eine untragbare Situation aber in dem Fall genau richtig. Grinsen, Kopf schütteln, Danke sagen – Ihr kennt das schon. Nach dem Film ging dann das eigentliche „Star Gazing“ mit vielen Erklärungen los.

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Ich habe keine Fotos zustande bekommen, kann Euch aber versichern, dass die Stunden, die ich gebannt in den Himmel geguckt habe, zu den faszinierendsten gehören, die ich je erleben durfte!

Neben Mars und Venus habe ich den Saturn gesehen und durch das Teleskop sogar seine Ringe. Uns wurden alle möglichen Sternbilder, natürlich auch „mein“ Wassermann, gezeigt. Wir konnten der ISS zuwinken und ich habe mit bloßem Auge die Milchstraße erkennen können. Der totale Wahnsinn.

Nach diesen ganzen tollen Erlebnissen bin ich so ein bisschen nachhaltig k.o. und werde in den nächsten Tagen einfach noch ein wenig den Strand hier und ab Sonntag in der Gegend um Honolulu genießen. Das ein oder andere steht aber dennoch auf meiner Ausflugsliste, bevor es dann am Mittwoch heißt: New York calling 🙂 !

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