Aloha!

Die gut neun Stunden Flug von Seoul nach Honolulu sind erstaunlich schnell umgegangen – trotzdem bin ich froh, dass von jetzt an kein Flug mehr planmäßig länger als knapp 7 Stunden dauern wird.

Entsprechend ausgeschlafen bin ich also an meinem Murmeltier-Montag in Honolulu angekommen und durfte mich dem kleinen Abenteuer „Einreise in die USA“ stellen. Das wird immer verrückter. Via ESTA hatte ich meine Einreise vorab aus Deutschland schon „autorisieren“ lassen – kostet $14 und heißt im Grunde nix, die Beamten können einem die Einreise jeder Zeit trotzdem verweigern. Man bekommt im Flugzeug eine weiße Karte, die man später beim Zoll abgibt. Auf dieser trägt man dann alle Daten noch einmal ein, die man im Rahmen von ESTA schon mal abgegeben hat, und muss einige Fragen zu Waren und Bargeld etc. beantworten. Am Flughafen wird man dann zu einer automatischen Abfertigung geschickt. An diesem Automaten wird der Reisepass eingelesen, man beantwortet zum dritten mal alle Fragen und scannt seine Fingerabdrücke von einer Hand ein. Am Ende wird noch ein Foto gemacht und man bekommt einen Ausdruck mit einer Bearbeitungsnummer. Mit diesem wird man dann zum Grenzbeamten geschickt. Dort werden dann wieder Reisepass und Fingerabdrücke gescannt, noch ein Foto gemacht und man beantwortet alle Fragen zum inzwischen vierten Mal und in Verhörform. Ich bin mittlerweile schon vier Mal in die USA eingereist und hatte Gott sei Dank immer sehr nette Beamte, aber ein komisches Gefühl ist es trotzdem und die Fragen sind wirklich manchmal um 5 Ecken gestellt. Ich konnte einige Chinesen beobachten, die aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse richtig Probleme zu haben schienen. Bei mir lief alles glatt und war sogar ganz nett. Wenn ich möchte, kann ich jetzt bis zum 19.12. hier bleiben.

Nachdem  eine Grenzbeamtin in Seoul mich bei der Ausreise als sie meinen Pass in der Hand hielt gefragt hat „Is that you?“ und ich total perplex war (Standardfrage wie ich später festgestellt habe) dachte ich, mir könnte nix kurioseres mehr passieren. Bis die Zollbeamtin in Honolulu, bei welcher ich die weiße Karte aus dem Flugzeug sowie den Ausdruck vom Automaten abgeben musste mich gefragt hat, warum ich meinen Namen falsch geschrieben habe. Klar, im Ausweis steht ein „ü“ aber ich schreibe natürlich überall „ue“ weil die Amis das erstens sonst nicht raffen und zweitens z.B. das ESTA-Formular Umlaute bzw. Sonderzeichen gar nicht erlaubt. Sie hat mich dann erst einmal rausgewunken, wild etwas in ihren Computer eigetippt, mir zum fünften Mal die bekannten Fragen gestellt und wollte dann mit einem „Wait here, I try to solve the problem“ mit meinem (ja auch schon abgestempelten) Pass abhauen. Ich konnte ihr vorher glücklicherweise noch schnell die maschinenlesbare Schrift, also die unteren Zeilen auf dem Reisepass, zeigen. Dort steht mein Nachname auch mit „ue“. Das hat sie beruhigt und ich konnte mich endlich auf den Weg ins Hostel machen.

Das Seaside Hawaiian Hostel liegt nur 10 Minuten vom berühmten „Waikiki Beach“ und man bekommt für um $35 pro Nacht im Zweibettzimmer (das Bad teilt man sich mit insgesamt 8 Mädels) so ziemlich das, was man erwartet wenn die Zimmerpreise in einem (schlechten) Hotel nicht unter $150/Nacht anfangen. Für zwei Nächte total okay und auch hier wieder mit netten Gesprächen, interessanten Tipps und ein bisschen Unterricht in Schwiizerdütsch.

Der Plan sieht so aus, dass ich in Honolulu zunächst zwei Nächte bleibe und dann erst einmal nach Big Island fliege. Ich komme dann für die letzten drei Tage auf Hawaii noch einmal her und habe dann auch ein Auto, also gar keinen Stress mir zu Beginn irgendetwas per Bus oder so anzusehen.

Bei meinem ersten Spaziergang durch den Waikiki-Teil von Honolulu musste ich ehrlicherweise sehr an Frank Goosen denken: „Boah! Schön is dat nich.“ Also klar, keine Frage. Hier stehen Palmen, die Sonne scheint, der Himmel ist blau (meistens und ansonsten ganz schnell wieder), es weht ein frisches Lüftchen und das Meer ist der Hammer. Türkisblau und mit tollen Wellen. Allerdings muss man sich erst einmal durch gefühlt 1000 Designer-Boutiquen – quasi die hoch 10 – und zig Bettenburgen-Luxus-Hotels kämpfen, bis man überhaupt etwas von Strand und Meer sieht.

Dann hat man allerdings wirklich was zu gucken und so habe ich den heutigen Dienstag Dank Sonnenschirm aus dem Hostel (Sonnenschirm + Liegen kann man ansonsten am Strand für $50(!)/Tag mieten) und meinem neuen Long-Sleeve-UV-Shirt quasi komplett am Strand verbracht, allerdings etwas abseits vom Waikiki-Beach, und den Tag sehr genossen.

Auch genossen habe ich meine ersten Tiefkühl-Mac&Cheese seit Puerto Rico 2013. Das ist mein USA-Hostel-Ausnahme-Essen wenn ich nicht kochen möchte. Schmeckt (selbst gekocht natürlich viel besser), geht schnell und kostet nicht viel. Eigentlich. Hier im ABC-Store wollen die dafür ernsthaft $7 haben. Ich habe glücklicherweise noch ein anderes Geschäft gefunden, wo nur $2,50 verlangt wurden – immer noch fast das doppelte von dem, was ich sonst bezahlt habe.

Ab morgen habe ich ein Auto und werde dann auf jeden Fall direkt einen der großen Supermärkte ansteuern, hoffentlich wird es da etwas günstiger. Ich freue mich übrigens schon sehr darauf Auto zu fahren und vor allem endlich mal wieder zu kochen – ist ja jetzt schon wieder vier Wochen her, seit ich das zuletzt gemacht habe. Ich denke, dass das in meiner Air B’nB Unterkunft kein Problem sein wird, mein Gastgeber hat mir auf jeden Fall schon verraten, wo ich den Schlüssel morgen finde und wo im Haus mein Zimmer ist. Ich bin gespannt!

P.S. Es gibt Bier auf Hawaii nur das Trinken ist schwierig – ist ja quasi überall verboten ;-).

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2 Antworten auf „Aloha!

  1. Das freut mich! Mir macht das Schreiben aber auch ziemlich viel Spaß und ich bin froh, Euch auf diesem Wege erzählen zu können, was ich hier so erlebe…

    Vielen Dank auch für Dein Angebot, aber im Moment wüsste ich nichts – können wir ja ab dem 17.10. nochmal drüber sprechen 😉

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