Tage am Meer

Es ist geschafft – ich habe erfolgreich mein Upgrade zum Open Water Diver bestanden 🙂

SSI

Nach meinem Scuba Review am Dienstag habe ich noch 2 Tauchgänge am Hausriff gemacht und mich dann einem OWD-Kurs angeschlossen, also quasi nur noch für die Praxis, die Theorie habe ich ja schon vor ewigen Zeiten absolviert.

Mir fehlen natürlich die Vergleiche, aber alleine schon das Hausriff lässt mir persönlich kaum Wünsche an die Unterwasserwelt offen.DSCF1490

Da ich keine entsprechende Kamera besitze und Fotos machen zusätzlich zum austarieren und ausatmen (!) eh (noch) nicht auf die Kette kriegen würde, gibt es hier eine tolle Zusammenstellung von Fotos aus der Bucht. Meine persönlichen Highlights sind die Papageienfische, der Barracudaschwarm, der einen regelmäßig umkreist und natürlich Rocky. Was ich nicht wusste ist, dass Fische mitunter sehr territorial werden können und sich schon mal Abfälle unter den Nagel reißen, so wohnen sie manchmal in weggeworfenen Dosen oder Flaschen. Rocky hingegen hat sich einen Motorroller ausgesucht. Keine Ahnung, wie der dorthin kommt, er ist jedenfalls rein vom Korallenbewuchs komplett in die Umgebung integriert und Rocky, ein schwarzer Fisch, etwas größer als meine Hand, hat ihn sich als zu Hause ausgesucht und verteidigt ihn gegen alles und jeden. Das ist in diesem Fall eher kurios als gefährlich, aber eine gute Lektion, denn da gibt es durchaus auch Fische, bei denen das nicht so glimpflich ausgeht.

Der Umzug runter an den Strand war die richtige Entscheidung. Seit Mittwoch Morgen wohne ich in dieser kleinen Hütte.IMG_4348

Diese ist zwar viel einfacher als das Hotelzimmer oben und hat auch nicht so eine schöne Aussicht, ist aber dafür nur 2 Minuten vom Strand weg.DSCF1481In meiner Wand wohnt ein vermutlich ziemlich großer Gecko. Der hat mich in der ersten Nacht fast zu Tode erschreckt, inzwischen verhält er sich aber ganz ruhig. Ich habe ihn „Herr Riebmann“ getauft, in Anlehnung an Nichtlustig.

Heute ist mein erster freier Tag ohne tauchen hier und gleichzeitig auch mein letzter. Bevor es aber morgen Mittag weiter nach Koh Phangan geht, genieße ich noch ein paar Stunden in der beschaulichen Tanote Bay.

Hinter den Mangroven gibt es einige Restaurants und eine kleine Hütte, in der Thai-Massagen angeboten werden. So rein aus therapeutischer Sicht macht Ning in Dülken das zwar besser, aber die Atmosphäre direkt am Meer ist unschlagbar.

Die nächsten 10 Tage versprechen weitere Entspannung und so grüße ich einstweilen – wie gehofft – vom schönen Strand und noch schönerem Meer.

 

The Shining reloaded

Heute habe ich meinen Scuba Review oder eben Tauch-Auffrischungskurs gemeistert 🙂 . Nach meiner Schwimmbadausblidung beim ASV 1997-1998 (!) war dies mein allerster Tauchgang im Meer. Bis dahin hatte es nur zu einem kurzen Ausflug in einen Baggersee in St. Tönis im Juni 1998 bei 15 Grad Wassertemperatur und null Sicht gereicht – absolut kein Vergleich!

Nach einer Theorieauffrischung und einer erneuten Einweisung in die Geräte mussten wir erst in ca. 3m Tiefe ein paar Übungen wiederholen: wie finde ich meinen Lungenautomaten wieder, Maske halb und ganz ausblasen sowie abziehen und wieder aufsetzen (und wieder ausblasen), beim Buddy Luft kriegen und gemeinsam auftauchen. Habe ich alles noch hinbekommen, wobei ich das sicher noch ein paar mal üben werde, um wieder sicherer zu werden.

Anschließend sind wir dann noch ein bisschen im Hausriff getaucht und haben bestimmt viele schöne Fische und Korallen gesehen. Ich hatte da noch nicht so den Blick für, weil ich wirklich aufgeregt war und mir ein bisschen Sorgen gemacht habe, wie ich mit der Tiefe klar komme. Wir sind runter bis auf 11m und bis jetzt geht das richtig gut. Der Plan ist, noch ein paar Übungstauchgänge am Riff und den CMAS * Diver zu machen, was ungefähr dem SSI Open Water Diver entspricht – und natürlich dahin zu kommen, die Tauchgänge auch auszukosten.

Seit gestern darf ich diese Aussicht von meinem Zimmer aus genießen:IMG_4322Der Ausblick, der einen wirklich erst einmal tief durchatmen lässt, ist allerdings auch das Schönste an meinem Hotel. Es wurde mir von meinem Ansprechpartner der Tauchschule in Deutschland empfohlen und war mein einziger Wackelkandidat bei der Planung, weil die Bewertungen der letzten Zeit wirklich nicht so prall waren. Leider haben sich einige der Punkte inzwischen bestätigt.

Den Strand erreicht man über eine wirklich aberwitzige Holz-Brücken-Treppenkonstruktion durch den Dschungel, die einige hundert Meter lang ist und einen nicht wenige Höhenmeter herunter führt. Das alleine wäre nicht schlimm, aber alles wackelt und die verwendeten Bretter sind wirklich ziemlich dünn und morsch, so dass man bei jedem Schritt Angst haben muss, dass die Konstruktion zusammenkracht. Diverse halbe Planken untermauern diese Befürchtung. Einer der Guides aus der Tauchschule hat mir einen alternativen Weg empfohlen, der immerhin asphaltiert ist, aber mitunter Steigungen im 45 Grad Winkel (mindestens…) aufweist  – also wirklich mächtig steil, sogar die Rollerfahrer müssen bergauf absteigen.

Was mich hier aber wirklich stört ist, dass ich im Hotel – trotz High Season – quasi alleine bin. Bis morgen wohnen noch eine Familie aus Stuttgart in einem Bungalow und zwei Mädels aus Thailand, die mit mir angereist sind, zwei Zimmer weiter. Wenn die morgen abgereist sind, bin ich hier wirklich alleine. Das Personal ist derart gelangweilt, dass sie gestern das Restaurant – obwohl wir noch da waren – bereits um 20:15 Uhr anstatt um 21:00 Uhr geschlossen und uns rausgeschmissen haben. Ansonsten sitzen sie viel auf den Balkonen nicht bewohnter Zimmer, machen auf den Betten Siesta und erschrecken sich, wenn ein Gast vorbei kommt. Dabei gebe es hier genug zu tun…das Hotel hat unfassbar viel Potential und ist aufgrund von Vernachlässigung wirklich an manchen Stellen ziemlich heruntergekommen.

Außer dem Hotelrestaurant ist hier ansonsten n i c h t s und wenn dort das Licht aus ist eben auch alles dunkel. Unten am Strand gibt es ein paar kleine Restaurants, allerdings kann und werde ich beide beschriebenen Wege im Dunkeln (ab ca. 18:30 Uhr) nicht alleine gehen. Soziale Kontakte jedweder Art (außer zu mürrischen Angestellten, die einen allerhöchstens dulden) sind also ab 20:00 Uhr  unmöglich und so einsiedlerisch-romantisch wie das für den ein oder anderen vielleicht klingt, ich finde das ziemlich unheimlich.

Bevor ich hier also Zwillinge mit Zöpfen und einen kleinen Jungen auf einem Dreirad sehe, werde ich morgen in ein anderes Hotel direkt am Strand umziehen – Ruhe und Frieden sind schön, totale Einsamkeit eher nicht.